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SKAMSDALEN/LESJØEN

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Für gewöhnlich wird der Dovrefjell-Sunndalsfjell-Nationalpark entweder von der E6-Seite (Kongsvold, Hjerkinn,...) oder von den nördlichen Talzugängen erwandert. Etwas weniger frequentiert scheint uns der südliche Bereich zu sein. Nach Verlassen von Dombås in Richtung Romsdal/Åndalsnes (E136) fährt man wenige Kilometer, um im Ort Sillibakken auf den Auravegen abzuzweigen. Dieser Weg führt uns zunächst zu wenigen letzten Wohnhäusern, um dann als Mautweg und unbefestigt über den Bergkamm in das Hochtal des Flusses Jori und der großen Seen Gautsjøen und Aursjøen zu führen. Dort begegnet uns eine andere Welt, bestehend aus Seterwirtschaft und vor allem vielen Hütten. Für uns Wanderfreunde sind die vielen schönen Startpunkte für Touren hinein in den Nationalpark aber entscheidend. Unser Ziel ist das Skamsdal.

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Wir parken das Fahrzeug und machen uns auf den Weg. Ziel soll min. der Lesjøen sein. Wenn die Zeit reicht, möchten wir in die sich anschließende Hochtallage des Leirsjøtelet, zentral im Nationalpark gelegen, gelangen. Wenn nicht jetzt, dann später. Aber in der Regel ist es ohnehin meist so, dass man hier in den Fjells des Südens mehrfach Touren macht. Der Reiz liegt häufig in den Gegensätzen der verschiedenen Jahreszeiten. Gerade im Herbst dürfte das dort oben unschlagbar sein... - Wir queren die Brücke über die Jori, die häufig sehr viel Wasser führt. Der Pfad verläuft durchgehend auf der Westseite des Flusses. Zu Beginn gilt es rund 200 Höhenmeter kontinuierlich zu überwinden. Dabei passieren wir den kleinen Zwischengipfel des Veslefjellet. Dort oben angelangt schaut man in den oberen Bereich des langgezogenen Skamsdalen. An dessem Ende sieht man den Felsriegel, der das Tal von dem dahinter liegenden Lesjøen trennt. Die Orientierung dort hin ist leicht.

Startpunkt der Tour
Startpunkt der Tour

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Der Fluss Jori
Der Fluss Jori

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Flusstal der Jori
Flusstal der Jori

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Startpunkt der Tour
Startpunkt der Tour

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Gerade etwas bewölktere Tage sind in den Fjells eher die Regel und zudem sehr reizvoll. Immer wieder bricht die Sonne durch und verwandelt die Szenerie in ein wahres Schauspiel der Natur.

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Auf halbem Weg bereiten wir uns das geplante warme Essen, um frisch gestärkt die letzten Höhenmeter angehen zu können. Weiter unten im Skamsdalen, also nahe am Wasser, ist es bisweilen schwer trockenen Fußes weiter zu kommen. Als Alternative haben wir zur Überquerung des kreuzenden Bachs der Tverråi einen hangaufwärts möglichen leichteren Weg gefunden. Er ist auch als Pfad schwach zu erkennen. Der meist auch sandige Pfad führt stets nordwärts und die oberhalb des letzten Anstiegs liegenden höheren Berge des Dovrefjell Nationalparks werden mehr und mehr sichtbar. 

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Wir genießen den Aufstieg entlang des Flusses Jori und schauen immer wieder zurück in die weite Talsenke des Skamsdalen. Stets mit der freudigen Erwartung, dass es weiter oben nochmal dramatischer werden würde. Die Planungen und Orientierungen über die Wintermonate zahlt sich jetzt aus. Ganz entspannt läuft es sich, wenn man eine gute Orientierung hat. Bald schon sehen wir eine ganze Reihe wunderschön gelegener Hütten, die über dem Talübergang thronen. U.a. treffen wir hier oben auf die Lesjøhytta, die über innatur.no gemietet werden kann. 

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Die Vorfreude ist ja oft die schönste Freude. So auch hier: Aus einer noch recht grünen und idyllischen Fjelllandschaft wird schon bald die Hochgebirgslandschaft, die uns auch mit Wetterüberraschungen die Wildheit demonstrieren wird.

Lesjøhytta
Lesjøhytta

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Lesjøhytta und Dovrefjell
Lesjøhytta und Dovrefjell

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Lesjøhytta
Lesjøhytta

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U.a. bestaunen wir die Klippen und Grate des Storskrympten, die fast 2000 m in die Höhe ragen. Immerhin fast 1000 m über dieser Hochebene, auf der wir gerade stehen. - Schon jetzt ist uns klar, dass wir diese zentralen Bereiche des Parks mit Zelt erkunden werden müssen.

Rechter Hand am Horizont erhebt sich die Drugshøe, die sich zwischen das Hochtal des Leirsjøtelet und des Langvassdalen schiebt. Das Langvassdalen führt im weiteren Verlauf zum Langvatnet, an dessen Westseite eine Paßüberschreitung in Richtung Snøheim und weiter zur E6 möglich ist. - Wir nutzen die Zeit an diesem wunderschönen Ort und am Wasser des Lesjøen, indem wir viele Bilder machen und etwas Süßes "nachführen". Schließlich soll das ja auch belohnt werden. Die insgesamt fünf Stunden Fußmarsch.

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Nach einer knappen Stunden direkt am Seeufer und nahe der zentralen Teile des Dovrefjell-Nationalparks ändert sich das Wetter schlagartig. Waren wir über Stunden meist auch in Sonnenschein unterwegs, schiebt sich innerhalb weniger Minuten eine schwarze Wolkenwand über die nahen Berge. Noch einmal ein paar Minuten später schüttet es und wir entschließen uns zum Rückweg. Schon bei abermaligem Erreichen der Hütten scheint das Schlimmste des Unwetter vorbei zu sein. Jedenfalls hört der Regen zeitweise auf. Immer wieder jedoch tröpfelt es und wir gehen nun etwas zügiger, aber sehr zufrieden mit diesem schönen Tag im Fjell, zurück zum Fahrzeug.

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Bei Absteigen nehmen wir uns immer reichlich Zeit. Die Unfallgefahr ist meist größer als bergan. Unter Moosen und Sträuchern lauern die vielen Steine in allen Größen. Oft schwer auszumachen. - Der Rückweg hinüber zum Storrvatnet als Gabelungspunkt sieht von oben leicht aus. Ist man allerdings unten unterwegs, fällt die Orientierung auf dem Pfad schwer. Immer wieder verlieren wir diesen und laufen öfter quer durch die Botanik, was wir gerne vermeiden möchten. Einmal wegen der zusätzlichen Anstrengung und zum anderen, weil wir natürlich möglichst wenig kaputt machen wollen. In Teilen passieren wir immer wieder sehr feuchte Stellen. Das Wollgras wächst hier unten üppig. Bald schon erreichen wir die Wegegabelung an einer Brücke über den Bach Gravbekken. Jenseits besteht die Möglichkeit, hinunter zum Haverdalssetra zu laufen. Wir bleiben auf dieser Seite des Wassers und blicken auf eine spannende Tour im Rentierreich zurück.

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