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FOROLLHOGNA

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Zentraler Startpunkt in den Nationalpark: 
 
Såttåhaugen

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Såttåhaugen
Såttåhauen
Forollsjøen

Der FOROLLHOGNA Nasjonalpark ist eines von 16 Schutzgebieten für die wildlebenden Rentiere, die mehr oder weniger ursprünglich auf die Tiere zurückzuführen sind, die nach der Eiszeit vor rund 10.000 Jahren von Europa, dem Eisrand folgend, in das heutige Norwegen zogen. Während in Rondane und Dovrefjell die genetische "reinste" Population lebt, findet sich in Forollhogna eine mehr von Zuchttieren beeinflusste Variante. Dafür entwickeln sich die Tiere in Bezug auf ihre natürlichen Gewohnheiten, wie z.B. den jahreszeitlichen Zügen zwischen Weidegründen, Überwinterungsplätzen und Kalbungsgebieten, sehr gut. Der Bestand ist stabil und in den letzten Jahren eher gewachsen. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass es sich bei der Forollhogna um ein Schutzgebiet handelt, in dem man wenige markierte Pfade und noch viel weniger Hütten oder gar touristische Einrichtungen findet. Die Tiere haben die Ruhe, die sie brauchen. Denn scheu sind die Tiere auch hier und lassen sich schnell von ihren Gewohnheiten abbringen.

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Der Såttåhaugen ist eine für die Gegend typische Almwirtschaft, direkt an der Nationalparkgrenze gelegen. Neben den Gebäuden findet sich ein ausreichend großer Parkplatz, denn hier startet ein sehr schöner und leicht zu gehender Wanderweg hinein in das zentrale Gebiet des Parks. Der dem Schutzgebiet den Namen gebender Berg Forollhogna findet sich dort und der große See Forollsjøen mit privaten Hütten und sehr guten Angelmöglichkeiten. Der Pfad dorthin ist auch Teil des Pilegrimsweges, der letztlich bis Trondheim führt.

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Forollsjøen ...
und Forollhogna (1332 m)

Forollsjøen

Charakteristisch für den hier vorzustellenden Nationalpark sind neben den wichtigsten Säugetieren, hier vor allem das Wildren, die Kulturlandschaft. Denn neben den Nomaden des Nordens finden sich vor allem unzählige Almen, bewirtschaftete oder schon niedergelegte Gebäude, die für die bäuerlichen Arbeiten notwendig sind oder waren. Die oft Jahrhunderte alten "Seter" oder "Vollen", wie sie hier meist genannt werden, passen hervorragend in diese sowohl durch ihre Wildnis als auch durch ihre ausgeprägte Bewirtschaftung geprägte Landschaft. Auch wenn sich die menschlichen Nutzungen oft weit in das Kernland im Randbereich des Parks hineinziehen, so bleibt doch der Eindruck relativer Unberührtheit bestehen. Zumindest für uns Mitteleuropäer.

Anmarsch von Såttåhaugen ca. 1,5 Stunden bis Forollsjøen

Die leichte Wanderung in Richtung Forollsjøen und den Berg Forollhogna ist in ca. 1,5 Stunden möglich. Und schon früh zeigt uns der markante Wegweiser, der Forollhogna (1332 m), den Weg. Wie überall im Fjell im Süden fasziniert auch hier die Weite und die Aussichten zu bekannten Wegmarken in der Ferne. Im Abendlicht bezaubert die warme Sonne...

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Berg Forollhogna

Wir führen mit diesen ersten Bildern und Beschreibungen in den Nationalpark ein. Dabei ist für uns klar, dass wir weite Teile, vor allem im Nordwesten und -osten noch zu erkunden haben werden. Genau richtig für das "höhere Alter", denn bei durchschnittlicher Gesundheit sind diese Pfade auch später noch realistisch und ebenso erlebnisreich. - Der Park befindet sich grob zwischen dem Riksvei 30 (Gauldal) im Norden und der Strecke zwischen Ulsberg (E6) und Tynset (Abzweig Rv3). Ein Gebiet mit einer Ausdehnung von jeweils knapp 100 km nur Naturlandschaft mit vielen langen Setertälern.

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"Der Weg ist das Ziel"

Wandertraum

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Eines ist sicher. Bei der nächsten Tour in Richtung Forollsjøen und Forollhogna planen wir die gut 300 Meter Anstieg auf den Berg mit ein. Die Rundumsicht ist bezaubernd.

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Forollsjøen

Die Region um den Forollsjøen ist in jedem Fall lohnend. Hier besteht die Möglichkeit, das Zelt aufzustellen und, mit der entsprechenden Angelkarte ausgestattet, auf die Leckereien der Süßwasserfischerei Jagd zu machen. Oder wir ziehen unsere Wege weiter, immer weiter hinein in den Nationalpark. Am Westufer des Sees zieht sich ein gut erkennbarer Wanderweg bis weit nach Nordwesten zum kleinen Weiler Storbudalen. Insgesamt finden sich im Teil Trøndelag des Gebiets mehr markierte Wege. Natürlich geht es auch pfadlos weiter. Dabei möglichst Rentiere und Vegetation wenig einschränken. Deshalb eher abzuraten.

Storbekkbua

Storbekkbua

Wir fahren von der südöstlichen Vingelenseite zunächst über den Fv2261, um dann auf den Weg in das Ørvilldalen abzubiegen. Die Möglichkeit des Verfahrens ist ohne Zweifel groß in diesem verzweigten Wegesystem. Irgendwann geht es rechts ab, zunächst an verschiedenen Setergebäuden vorbei. Schließlich entscheiden wir uns, den Wagen abzustellen und dem Weg zu Fuß weiter aufwärts zu folgen. Dort passieren wir u.a. den Nystuvollen, um dann schließlich zum Reinsvollen oder Reinshytta (Kartenbezeichnung) zu gelangen. Hier beginnt dann auch, gut ausgeschildert, der Weg zum angestrebten Ziel. Die Storbekkbua. Wobei, ehrlich gesagt war die Hütte nicht unser Ziel. Wir wollten einfach eine schöne Wanderung für den Tag finden. Und wir fanden sie...

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Es geht nach den Wegweisern beim Reinsvollen ein recht kurzes Stück etwas steiler einen Pfad entlang, wobei die Nässe des Weges das größere Problem war. Aber insgesamt schnell gegangen. Danach hören die Zwergbirken und ein paar wenige Nadelbäume auf. Es geht im freien Gelände immer angenehm bergan. Wie so oft im Fjell des Südens weht der Wind kräftig um die Nase. Das Wetter weiß noch nicht genau, was es denn für heute geplant hat. Nach Osten fast schwarze Wolken, Richtung Nordwesten mit größeren Auflockerungen. Und wir ziehen immer den helleren Bereich vor. Also ist die Richtung klar. Zudem deckt sie sich mit dem gut erkennbaren Pfad. Es muss also dort vorne ein Ziel geben.

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Storbekkbua

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Nach weniger als zwei Stunden erstreckt sich vor uns ein irre weites Land. Das Tal des Bachbereichs des Storbekken. In der Ferne erkennen wir sehr schnell die Kuppe des oben vorgestellten Forollhogna, der mit seinen gut 1300 m aus der Hochfläche hervorlugt. Die Masse der höheren Bergkuppen liegt zwischen 1000 und 1200 m. - Bald schon erreichen wir die Storbekkbua, die vor allem als Jagdhütte dient. Darauf weisen auch die vielen Rentiergeweihe hin. Schon von weitem hatten wir die Hütte als Rastplatz, Mittagspause und Umkehrpunkt für den Tag definiert. Einige Stunden, meist in wärmender Sonne, genießen wir die unbeschreibliche Stille des Fjells, die wir so lieben.

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König/Königin für einen Tag...

Gjersjøen

Gjersjøen (Vingelen-Seite)

Nicht alle Zugänge werden wir hier, quasi im ersten Versuch, vollständig vorstellen können. Ein häufig gewählter Einstieg ist die Ortschaft Vingelen im Süden des Forollhogna. Auch diese Region ist vor allem durch viele Seterbetriebe, private Hütten und ein weitverzweigtes Wegesystem, welche durchgehend mautpflichtig ist, geprägt. Dafür gelangt man so recht schnell zum Rand des Nationalparks. Wir starten den Fußweg im Bereich Persvollen, eine weitere Alm hier oben. Übrigens, hier oben werden auch schöne, urige Blockhütten vermietet. Für Leute, die die Ruhe suchen, sicher passend.

Alm Gjersjøen

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Der Gjersjøen selber liegt ca. auf 1000 m Höhe, also Kahlfjell ohne Bäume, aber mit schon relativ hohen Büschen. Der See bildet dabei den Übergang in das Schutzgebiet. Erst dahinter wird es wirklich einsam. Die Wanderwege dort hinein verlieren sich und man muss sich über Karte und Kompass orientieren. Eine Tagestour kann uns in etwa in Richtung Russo/Falningsjøen führen. - Trotz geringer Anstiege erreicht man bald Höhen, die einem den schönsten Weitblick bieten. So ist z.B. der markante Storsølnkletten im Alvdal Vestfjell unübersehbar. Aber auch andere Landmarken findet das geübte Auge...

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Storsølnkletten
(Alvdal Vestfjell)

RussoveienFalningsjøen

Falningsjøen/Russo

Startet man vom Gjersjøen weglos Richtung Nordwesten, kommt man nach gut 20 km im Bereich eines weiteren umfangreichen Wegenetzes an. Und zwischen Russoveien und Falningsjøen. Der Ort Kvikne, am Riskvei 3 gelegen, bietet sich als Stützpunkt an, um den Westen des Nationalparks zu erkunden. Wir bewegen uns im Wegenetz und am Stausee Falningsjøen noch außerhalb des Schutzgebietes.

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Falningsjøen

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Wir müssen ehrlich sein. So gerne wie wir durch die Weiten des norwegischen Fjells streifen, um möglichst nah an authentischer Natur, Freiheitsgefühl und tiefe Zufriedenheit zu kommen, so gerne fahren wir auch die unbefestigten Wege. Ohne Anstrengung die oft schon völlig baumlosen Hochebenen zu erkunden, ist wahrscheinlich menschlich. So sich doch die legale Möglichkeit bietet. Dass die Wege z.B. teilweise die Natur, Flora und Fauna, einschränken, dürfte jedem klar sein. Beides geht eben nicht gleichzeitig. - Wir sind jetzt unterwegs auf dem Russoveien, einen kurzen Abstecher, der recht weit hoch und direkt zu einem weiteren Startpunkt ins Fjell führt. 

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Russoveien

RONDAFJELL auf Tour...

Zum Ende des Fahrwegs erscheint der Weg etwas schwieriger zu fahren zu sein, da es auch kleine "Furten" zu durchqueren gibt. Sicher nichts für tiefergelegte Fahrzeuge. Wenige 100 Meter später folgt ein Parkplatz direkt an der Nationalparkgrenze. Jeder "Highlights-"Sucher wird sicher enttäuscht sein. Spektakulär oder gar instagrammfähig? Wohl kaum. Aber Freiheit und Weite satt!

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Der Fluss Russo entwässert hier in teils steilen, felsigen Abschnitten und bettet sich damit schön ein, in die sehr grüne, hügelige Landschaft. Pfadlos zu starten, kein Problem.

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Russo

Vom Parkplatz ausgehend scheint es zunächst so zu sein, dass Pfade auf uns warten. Allerdings sind das nur die ersten wenigen 100 Meter. Danach nichts markiert, nichts vorbereitet. Alles zu entdecken und locker 100 km nach Nordosten lägen vor uns. Mit Zelt, denn Hütten warten nicht auf uns. Aber 1800 Wildren, die in großen Herden die fast 2000 qkm durchqueren. Immer auf der Suche nach den besten Lebensbedingungen. Ständiger Bewohner auch das Vielfraß. Seltener sicher Bär und Wolf, die als Streiftiere gelegentlich von Osten die Setertäler langlaufen.

Der "Gipfel der Unauffälligkeit": Ulmoveien

Ulmoveien
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Zum vorläufigen Abschluss unserer kleinen Forollhogna-Tour geht es in den äußersten Nordwesten des Gebiets. Auch hier bleiben wir außerhalb des Nationalparks. Am Nordende des Sees Storfossen, etwas südlich des kleinen Weilers Gardlia, biegt der unscheinbare, fast etwas zugewachsene, Mautweg Ulmoveien vom Rv3 ab. In gut 20 km zieht sich der anfangs sehr schmale Weg den Hang hinauf, um im weiteren Verlauf in eine moorige Hochfläche zu wechseln. Überall kleine Seen, Wasserläufe und vor allem Feuchtwiesen. Immer noch meist mit kleinen Bäumen, aber insgesamt sehr offen. Schöne Aussichten gen Süden in das ebenso lohnende Fjellgebiet der Knutshøe Villreinområde.

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Auch dieser Weg führt letztlich zu einem Seter bzw. zu Gebäuden, die zu privaten Hütten umfunktioniert worden sind. Durchfahrt also nicht möglich. Liebhaber von Pflanzenleben und idyllischen Picknickplätzen sind hier hier gut aufgehoben. Aber natürlich könnten wir auch von hier in die Einsamkeit des Fjells starten.

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Østkjølen

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völlig unspektakulär: Hochmoor am Ulmoveien.

Für uns ist die Lage klar. Ganz sicher versuchen wir bei einer neuen Gelegenheit weiter ins Innere dieses stillen, einsamen und so norwegischen Fjells zu gelangen. Etwas Training den Winter über, weniger Autokilometer sind ohnehin das Gebot dieser Zeit. Nach Norwegen kommt man schon am besten mit dem eigenen Auto oder Womo. Aber weniger Kilometer bedeutet mehr Zeit für solchen scheinbar langweiligen Gegenden. Mehr Irrtum geht nicht...